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Gemeinsam besser werden – Projekt NutriNet erfolgreich angelaufen

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Das Nährstoffmanagement im Öko-Landbau optimieren, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis voranbringen – das sind nur zwei von mehreren Zielen, die das Kompetenz- und Praxisforschungsnetzwerk "NutriNet" verfolgt.

Gruppe von Menschen steht in einem Dinkelfeld

Dafür entwickelten die beteiligten Projektpartner zahlreiche innovative Forschungsansätze wie die Field School oder die überwiegend von Praktikerinnen und Praktikern angestoßenen Feldversuche im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Das Netzwerk startete 2019 und setzt sich aus bundesweit 60 Praxisbetrieben zusammen, die in sechs Regionalgruppen in sogenannten Field Schools zusammenarbeiten. Jede Gruppe wird von einem Regionalberater oder einer Regionalberaterin koordiniert. Das Besondere dabei: Die beteiligten Landwirtinnen und Landwirte treffen sich im Wechsel auf ihren Betrieben und entwickeln auf Basis der jeweiligen Betriebsdaten gemeinsam Empfehlungen, wie sich das Nährstoffmanagement verbessern lässt. Die Beraterinnen und Berater moderieren die Gespräche und begleiten sie fachlich.

"Durch diese gegenseitige Beratung auf Augenhöhe ist die Akzeptanz für die erarbeiteten Lösungen groß", sagt Alexander Watzka von Bioland, der das Beratungsteam im Projekt koordiniert. Coronabedingt konnten sich die Gruppen erst ab dem Frühsommer auf den Betrieben treffen; zuvor fand der Austausch per Videokonferenz statt.

Wissenschaft eng eingebunden

In die Gruppen eingebunden ist auch die Wissenschaft, die gemeinsam mit den Betrieben Praxisversuche zu konkreten Nährstofffragen entwickelt und auf den Betriebsflächen umsetzt. Aktuelle Projekte sind zum Beispiel Praxisversuche zum Komposteinsatz, zur Düngewirkung verschiedener Handels- und Wirtschaftsdünger, zur Etablierung von Untersaaten und zum Biomasse-Transfer via "Cut and Carry".

Dabei wird ein Teil der Versuche parallel auf mehreren Betrieben innerhalb der Regionalgruppen angelegt, einige Versuche finden auch netzwerkübergreifend statt. So lassen sich nicht nur regional bedeutsame Fragen klären, sondern auch der Einfluss der Standortfaktoren in den einzelnen Regionen. So wurden 2021 im Schnitt etwa acht Versuche in jeder Regionalgruppe angelegt. "Die Betriebe sehen die Praxisversuche sehr positiv", berichtet Watzka. "Und sie entwickeln nach und nach ein Bewusstsein dafür, welche Vorteile sie daraus für sich und ihren Betrieb ziehen können."
Datenmanagement für Online-Erfolgskontrolle

Das beteiligte Forschungs- und Beratungsteam entwickelt projektbegleitend ein Datenmanagementsystem, um die umfangreichen erhobenen Daten zusammenzuführen und auszuwerten. Ziel ist es, eine Onlineanwendung zur Erfolgskontrolle von Nährstoffmanagementstrategien für die Praxisbetriebe und Beratung aufzubauen.

"Das Projekt ist besonders breit aufgestellt und profitiert davon, dass viele unterschiedliche Institutionen ihre Expertise und die Landwirtinnen und Landwirte ihre Praxiserfahrung einbringen können", sagt Dorothée Hahn, Leiterin des Forschungsmanagements im BÖLN in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). "Dieser Ansatz und die lange Laufzeit von fünf Jahren hilft dabei, die gewünschte Effizienz im ökologischen Landbau weiter zu verbessern."

Am Projekt beteiligt sind der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Demeter e.V., FiBL Projekte GmbH, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN), das Kuratorium für Technik und Bauwesen (KTBL), die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LKW NRW), die Öko-Beratungs-Gesellschaft mbH – die Fachberatung für Naturland und die Universität Kassel. Die Gesamtkoordination liegt bei der Bioland Beratung GmbH.

Weitere Informationen

Das BÖLN-Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Alle Informationen zum Projekt, die Ergebnisse der Praxisversuche und zahlreiche Fachinformationen rund um das Nährstoffmanagement in der ökologischen Landwirtschaft finden Interessierte auf der Webseite des Netzwerks.